Bergen an der Dumme
Flecken Bergen an der Dumme
Bergen an der Dumme, ein historischer Flecken im Landkreis Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen, liegt malerisch am Südrand des Naturparks Elbhöhen-Wendland. Mit rund 1.387 Einwohnern (Stand: 2024) ist Bergen das Zentrum einer Gemeinde, die aus acht Ortsteilen besteht – darunter:
Etwa 80 % der Bevölkerung leben im Hauptort selbst.
Die erste urkundliche Erwähnung von Bergen an der Dumme stammt aus dem Jahr 1203, in einem Lehnsvertrag zwischen den Söhnen Heinrichs des Löwen. Der Ortsname leitet sich vom Fluss Dumme ab, der durch das Gemeindegebiet fließt. Der Name „Dumme“ geht auf das alt-slawische Wort dabu für „Eiche“ zurück – ein Hinweis auf die slawischen Wurzeln der Region. Der polabische Name für Bergen lautet Tjörska, was „Berg“ bedeutet.
Durch seine Lage an der historischen Handels- und Heerstraße zwischen Leipzig und Hamburg war Bergen über Jahrhunderte ein bedeutender Grenz- und Zollort – zunächst zwischen Braunschweig-Lüneburg und Brandenburg, später zwischen Hannover und Preußen. Diese Rolle prägte die wirtschaftliche Entwicklung und das kulturelle Selbstverständnis des Ortes.
• Historischer Ortskern mit Fachwerkhäusern und gepflasterten Straßen
• Evangelische Kirche St. Marien, ein schlichter Bau mit mittelalterlichen Wurzeln
• Alte Zollstation, heute ein Denkmal für die Grenzgeschichte des Ortes
• Campingpark Fuhrenkamp – ein beliebter Ausgangspunkt für Naturfreunde und Familien
• Reit- und Ferienhof mit Ferienhäusern und Freizeitangeboten
Obwohl die Bahnstrecke Stendal–Uelzen direkt am Ort vorbeiführt, besitzt Bergen keinen eigenen Bahnhof. Die nächstgelegenen Haltepunkte befinden sich in Schnega und Salzwedel. Über die Bundesstraße 71 ist Bergen gut mit dem Auto erreichbar.
1203 |
| Erste urkundliche Erwähnung: In einem Lehnsvertrag zwischen den Söhnen Heinrichs des Löwen wird Bergen an der Dumme genannt. |
Mittelalter bis frühe Neuzeit | Bergen war ein Welfen-Besitz. Die Burg gehörte Lehensträgern wie den Familien von de Berghe, von Knesebeck, von Estorf und von Bodenteich. | |
1427 | Aufteilung innerhalb der welfischen Herzogtümer: Bergen gelangte zum Lüneburgischen Teil des Herzogtums | |
1500‑1600er | Kirchlich wichtige Ereignisse: Bau und Umbauten der Kirche, erste sicheren urkundlichen Erwähnungen des Pfarrers/Bertoldus 1338, weitere Entwicklungen mit Kapellen. Einführung der Reformation (1527) durch Herzog Ernst den Bekenner. | |
1651 | Großbrand vernichtete Teile des Ortes und der Kirche; die Kirche wurde danach wieder aufgebaut. | |
18. / 19. Jahrhundert | Wirtschaftlicher Aufschwung durch Leinenwarenhandel; Ausbau des Ortes in Landwirtschaft, Handwerk und Ackerbürgerkultur. | |
1839/1840 | Neubau der Kirche (klassizistischer Saalbau) durch Hellner; bald danach ein verheerender Großbrand (am 2. Mai 1840), bei dem weite Teile des Fleckens zerstört wurden; Wiederaufbau der Kirche 1842. | |
1877‑1900 | Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Bergen (1. Mai 1877). Frühzeitige Einsätze bei Bränden in benachbarten Orten; in dieser Zeit Regelungen zur Pflicht eines jeden männlichen Einwohners als Feuerwehrhilfskraft. | |
1902 | 25‑jähriges Bestehen der Wehr gefeiert; Einweihung des Spritzenhauses mit „Chinesenturm“ um 1909. | |
1900er‑Mitte 20. Jh. | Bergen verliert Bedeutung als Zollort nach der Annexion Hannovers durch Preußen; Veränderungen in Verwaltung und Grenzziehungen. | |
20. Jahrhundert bis Nachkriegszeit | Nach dem Zweiten Weltkrieg Grenzort zur DDR; Strukturwandel durch Wegfall einiger Zollfunktionen etc | |
2003 | Feierte Bergen sein 800‑jähriges Bestehen mit einer Festwoche. Am 26. November Änderung des offiziellen Ortsnamens von „Bergen (Dumme)“ zu Bergen an der Dumme. | |
Aktuell | Einwohnerzahl liegt um ca. 1.400; Fläche etwa 25,6 km² | |







